Tipps zum Prüfen der 6 Volt Lichtmaschine

Bei der Überprüfung der Elektroteile geht es grundsätzlich nur darum, einwandfrei festzustellen, welches Teil tatsächlich defekt ist.
Für die Instandsetzung können und sind meist nur Elektro-Werkstätten zuständig;.

Lichtmaschinen Anker Masseschluß überprüfen

Beim Überprüfen des Ankers auf  Masseschluss wird ein Leitungsdurchgangsprüfer genutzt. ( auch unter der Bezeichnung "Prüf-Fix" bekannt)
Beachte:Das Prüfen mit einer Glühlampe und Netzspannung (110/220 V) ist verboten.
Die verwendet.Prüfspannung sollte möglichst 60..75 V betragen Möglichst auch eine isolierte Unterlage verwenden.Die Abgreifklemme des Leitungsdurchgangsprüfers wird an Masse (Lamellenpaket) des ausgebauten Ankers gelegt, und mit der Tastspitze werden die einzelnen Lamellen nacheinander berührt (abgetast).Leuchtet die Lampe nicht auf, ist die Isolierung von Anker und Kollektor in Ordnung.
Leuchtet die Lampe hingegen dunkel oder hell auf, so ist ein schwacher oderstarker Masseschluß vorhanden.
Der Anker muss dann ausgetauscht werden oder repariert werden.

  Lichtmaschinen Anker

Den Anker und auf  Windungsschluß überprüfen und Wartung des Kollektors
Bevor der Anker auf  Windungsschluß geprüft wird, muss unbedingt der Kollektor gereinigt und ausgeblasen werden.Der Kollektor muss auf der Bürstenlauffläche glatt und sauber sein.Es wird somit die Möglichkeit unterbunden, daß zwei Kupferlamellen Kontakt miteinander haben und deshalb einen Kurzschluß verursachen. Das Überprüfen des ausgebauten Ankers selbst wird mit einem Windungsschlußprüfer (220 V Wechselspannung) durchgeführt.
Für diese Überprüfung bitte einen Fachwerkstatt aufsuchen.
Eine gleichmäßige braune bis graue- schwarze Färbung der Kollektorlaufbahn ist ohne Bedeutung. Sind jedoch Laufrillen und Riefen vorhanden, dann dann muss der Kollektor vom Fachmann auf einem Dornüberarbeitet werden, dann nur einen 0,03 mm Rundlaufschlag sind zulässig.
Mehr Schlag ergibt starkes Kontaktfeuer (weil die Schleifkohlen "springen"), verursacht Brandstellen auf der Kollektorlaufbahn - die Lichtmaschine kann nicht die volle Nennleistung abgeben!
Nach dem Überdrehen der Kollektorlaufbahn mussen die Glimmerlamellen ausgefräst oder ausgesägt werden.(etwa 0,4 + 0,2 mm tief und max. 0,7 mm breit)
Mit sehr feinem Schmirgelleinen ist der entstandene Grat bei rotierendem Anker zu entfernen.
Diese zeitraubende Arbeit muss sein, sonst fräst der vorstehende Glimmer die Schleifkohlen ab.
Hinweis:
Haben die Kurbellwellhauptenlager zuviel Radialspiel, so ergibt sich annähernd darselbe Zustand !
Der Glimmerstaub wird mit Druckluft weggeblasen und die Verölte und verschmutzte Kollektorlaufbahnen werden mit faserfreinen Lappen und fettlöslichen Reinigungsmittel gesäubert.

Feldwicklung auf Masseschluß überprüfen

Die Überprüfung wird ebenso wie beim Anker mit einem Leitungsdurchgangsprüfer durchgeführt.
Hier darf nicht mit einer Glühlampe und Netzspannung (110/220 V) gearbeitet werden.
Regelwiderstand abnehmen und den Feld-Minusanschluß (auf dem Widerstandsockel angeklemmt) neutral legen. Plusanschluß an DF (Dynamo - Feld) ebenfalls abnehmen, denn ein Masseschluß kann bei der alten Ausführung schon im Anschlußbolzen DF liegen. Eine Prüfspitze an Masse, die zweite an Anschlußbolzen DF. Zum anderen an die Plusseite der Feldwicklung, die zweite Prüfspitze an Masse.Leuchtet bei beiden Überprüfungen die Prüflampe nicht auf, so ist kein Masseschluß vorhanden,so sind alle Spulen in bezug auf Masse in Ordnung. Jedoch leuchtet beim Anlegen der Abgreifklemme an DF und der Tastspitze an Masse die Sofitte auf, so liegt ein Masseschluß vor. Die einzelnen Spulenverbindungen lösen und jede Feldspule noch einmal für sich prüfen. Die schadhaften Spulen sollten von einer Fachwerkstatt ausgetauscht werden.Vor dem Ausbau sind die Lage der Spulen und Pole zum Polgehäuse zu kennzeichnen.

 Feldwicklung auf Masseschluß überprüfen

Feldwicklung auf Windungsschluß überprüfen

Diese Überprüfung wird mit einem Ohmmeter durchgeführt. Es werden die beiden Abgreifklemmen, die mit dem Meß­erät verbunden sind, an die Minus- und Plusseite der Feldwicklung angelegt. Hat die Feldwicklung keinen Windungsschluß, dann zeigt das Meßgerät einen Wert von 1,7 ... 2,1 Ohm, an. Liegt der angezeigte Wert unter 1,7 Ohm, dann ist ein Windungsschluß vorhanden.Schlägt der Zeiger des Meßgerätes nicht aus, so ist die Feldwicklung unterbrochen. Für das Auswechseln der defekten Spulen gilt das gleiche wie im Abschnitt Feldwicklung auf Masseschluß überprüfen. Die schadhaften Spulen sollten von einer Fachwerkstatt ausgetauscht werden
Hinweis: in älteren MZ-Bücher findet man Werte von 2,7 ... 3,1 Ohm, welche auf den Ohmmeter angezeigt werden sollen. Dies dürfte ein Drückfehler sein.

  Feldwicklung auf Windungsschluß überprüfen

Wartung und Prüfung der Kohlebürsten (Schleifkohlen)

Durch die hohe elektrische Belastung  sind die Kohlebürsten jeweils nach etwa 5 000 km auf ihren Zustand zu überprüfen.
Nach Lösen der Anschlüsse und Abdrücken der Federspangen können beide Schleifkohlen herausgezogen und mit einem faserfreinen Lappen und fettlöslichen Reinigungsmitte abgewischt werden nicht abfeilen! Auch die Kohlenhalter sind zu säubern die Kohlen müssen leichtgängig sein.Vor dem Wiedereinsetzen die Druckfedern (nur einwandfreie, keine deformierten) auf die Kohlen aufstecken und darauf achten, daß diese auch am Ansatz der Federspangen einrasten. Andernfalls können die Federn seitlich verkantet werden.
Bis auf etwa 9 mm abgenutzte Kohlen sind zu erneuern.(gleiche Abmessung verwenden)
Beim Wiedereinlegen der Kohlebürsten ist folgendes zu beachten:
Die Bürste muss sich leicht im Halter hin- und her­bewegen lassen. Auch die Kupferlitze an der Kohlebürste muss frei beweglich sein
Die Feder ist im Zapfen der Bürste und der Feder­spange einzurasten, sonst kann sich die Feder im Bürstenhalter verklemmen.
Es sind nur einwandfreie Federn und Federspangen zu verwenden
Das in der Bürste eingestampfte Kabel (Kupferlitze) ist auf seinen Festsitz zu überprüfen. Bei lockerem Sitz des Kabels darf die Bürste nicht eingebaut werden. Es kommt durch den hohen Übergangswiderstand zur Erwärmung der Bürste und des Kollektors und somit zur Zerstörung der Lichtmaschine.

  Wartung und Prüfung der Kohlebürsten

Regel-(Vorschalt-)Widerstand prüfen

Der Regelwiderstand hat zusammen mit dem Reglerschalter die Aufgabe, die geforderte Spannung einzuhalten. Der Regelwiderstand wird in dem Moment vom Strom durchflossen, wenn sich der Regelanker in der Schwebelage befindet, da bei dieser Lage der Regelwiderstand und die Erregerwicklung in Reihe geschaltet sind.
In der Unterlage wird der Regelwiderstand durch den Regelanker überbrückt und hat somit für die Spannungsregelung keine Bedeutung.
Auch in der Oberlage hat er keine Funktion zu erfüllen, da die Erregerwicklung kurzgeschlossen wird und somit die Spannung zusammenbricht.
Ist der Regelwiderstand durchgebrannt, so erkennt man dies an einer unregelmäßigen Zündfolge und unter Umständen durch Zündaussetzer bei hohen Drehzahlen erkannt. Der verschmorte Isolierlack der Windungen des Regelwiderstandes und verschmorte Reglerkontakte sind dann die Bestätigung
Leuchtet die Ladekontrolleuchte bei laufendem Motor auf, so kann der Regelwiderstand einen Masseschluß haben. Wird ein durchgebrannter Regelwiderstand durch einen neuen ersetzt, so ist vorher erst die Schadenursache festzustellen und muss beseitigt werden, denn sonst wird dem neuen Widerstand das gleiche Schicksal wie seinem Vorgänger widerfahren.
Eine Ursache könnte z. B. eine abgerissene oder lockere D + Leitung am Regler oder an der Lichtmaschine sein (Kurzschluß!)
Angeschlossen wird langes Kabel  an D+ (Pluskohle) kurzes Kabel an DF (Feld - Plus) Kabelschuh Feld "Minus" an die Befestigungsschraube des Widerstandes mit anklemmen.

Störungsanzeige durch die Ladekontrolleuchte

Wenn die Ladekontrolleuchte bei höheren Drehzahlen nicht erlischt, so haben die Leitungen D +, 61 oder die Feldwicklung einen Masseschluß bzw. der Regler arbeitet nicht einwandfrei.
Leuchtet bei Stillstand des Motors die Kontrolleuchte nicht auf, so können folgende Schäden vorliegen:
Die Batterie ist entladen, die Sicherung in der Sicherungsdose ist durchgebrannt; die Leitung 30 von der Batterie "Plus" zum Zündschloß Klemme 30 ist unterbrochen oder die Leitung 31 von Batterie "Minus" bis zum Massepunkt ist unterbrochen; die Leitung von Lichtmaschine D+ bis Regler D+ und von Regler 61 bis Zündschloß 61 und Kontrollleuchte ist unterbrochen;.die Kontrolleuchte ist durchgebrannt ; der Reglerschalter ist schadhaft

Regleranschlüsse:

Quellen
MZ - Motorräder "Wie helfe ich mir selbst"
MZ - Reparaturhandbuch ES 125/150 ccm
Archiv - Bert N.

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Stand: Oktober  2009